ein Gedanke war geboren...

Manchmal hat man eine fixe Idee und dann wird sie einfach zum Selbstläufer. Man fragt sich, greife ich jetzt ein und lasse den Verstand walten, oder lasse ich einfach alles laufen, denn alles wird gut, irgendwie...?

So richtig begann diese Geschichte kurz nach Weihnachten 2009. Im Internet suchte ich nach Züchtern meiner Lieblingsrasse Magyar Vizsla, einem ungarischen Vorsteherhund. Ich saß gerade mit meinem Laptop auf dem Sofa bei meinem Freund, als ich auf diese Seite stieß, die mich immer noch sehr berührt. Dieser Verein rettet diese wundervollen Hunde in Ungarn aus dem größten Elend. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Welpen, wollte schon mal schauen, welcher Züchter für den Sommer einen Wurf geplant hat. Aber diese Seite ließ mich nicht mehr los und eines dieser Fellnasen wurde so liebevoll charakterisiert, dass ich mir spontan dachte, der würde doch zu uns passen. Er kam aus einer deutschen Familie, kannte Kinder und alle Kommandos. Ich füllte den Haltungsbogen aus um mich für diesen Hund - Arco - zu bewerben. Parallel rief ich die dort angegebene Mobilnummer der Vermittlerin von Arco an. Ich erwischte sie - wie sollte es auch anders sein - in mitten einer Einkaufspassage im größten Stress. Leider mußte sie mir zudem auf die schnelle mitteilen, dass Arco bereits vermittelt wäre, es aber noch viele andere Hunde gäbe, die auf ein schönes neues Zuhause warten würden. Sie bot mir an, den Haltungsbogen einfach auszufüllen und sie würde sich in den nächsten Tagen bei mir melden.

Am 30.12. klingelte mein Telefon und Simone, die Vermittlerin war am Apparat. Wir unterhielten uns über eine halbe Stunde über die Homepage, über die Hunde, über mich. Wir gingen den Haltungsbogen Punkt für Punkt nochmal durch... Und sie bestätigte nochmals, dass Arco - leider - unmißverständlich vergeben sei und seine neuen Besitzer ihn Mitte Januar aus der Pflegestelle abholen kommen würden.
Ich hatte mich in der Zwischenzeit bereits weiter auf der Seite umgesehen und mir waren zwei weitere Hunde aufgefallen. Einmal Fregoli, eine Hündin mit einem Handicap - sie hat eine Kniefehlstellung, sowie der Rüde Izmos, ein zwei- bis dreijähriger Halbstarker, der allerdings sehr wenig charakterisiert war - aber ein Bild von einem Hund...

Leider war Izmos auch bereits versprochen und eigentlich wollte ich auch lieber einen Rüden als eine Hündin, da ich eigentlich - wenn mit Hund - immer nur mit Rüden zusammen gelebt hatte. Und da ich sowieso eher zu den Vizsla-Unerfahrenen Menschen gehöre, traute ich mir einen Hund mit Handicap auch irgendwie doch nicht zu - ganz ehrlich... Also Gedanke lieber wieder verworfen.
Nun gut, Simone meinte, es wären noch einige Hunde in Ungarn im Shelter. Diese würden in den nächsten Tagen auf die Homepage kommen und wenn ich meine, es wäre ein sympathischer Vierbeiner für mich dabei, dann würden wir nochmal telefonieren.

In der Zwischenzeit setzte ich mein nahes Umfeld von meinem Vorhaben in Kenntnis. Meine Mutter fand mein Vorhaben ganz gut, allerdings hatte ich das Gefühl, sie konnte sich nicht wirklich was darunter vorstellen. Mein Vater rastete erstmal aus und sah mich schon in den Fängen von irgendwelchen Internet-Gaunern. Mein Freund war auch nicht so begeistert, dafür meine Kinder umso mehr.

Naja, letztlich bin ich diejenige, die entscheiden muss. Und der Wunsch, einen Hund dieser Organisation aufzunehmen, wuchs immer mehr.

Am 05. Januar klingelte mein Telefon. Es war ein Mann dieser Organisation dran, Jürgen. Anscheinend ist Izmos umständehalber wieder frei geworden und er war sein Vermittler. Da ich im Gespräch mit Simone Interesse an ihm bekundet hatte, fragte er mich, wie ich noch dazu stehe, ob ich mir vorstellen könnte, Izmos aufzunehmen.

Puh, das war natürlich jetzt sehr spontan... Aber erstmal würde ohnehin eine Vorkontrolle stattfinden, bei der ein Mitglied des Vereins zu mir nach Hause kommt und guckt, ob denn auch alles so ist wie es sein soll und wie ich es im Haltungsbogen angegeben habe. Zudem gäbe es noch zwei weitere Interessenten für diesen Hund, so dass meine Chancen also reell bei 33,33 % lägen. Naja, zu früh gefreut.... 

Man würde sich bei mir melden...

Und inzwischen hatten sich meine Eltern - bzw. mein Vater - auch wieder beruhigt. Sie sind eigentlich die größten Hundefreunde und ich würde fast wetten, sie würden meinen Hund mehr lieben als sie sich es jetzt vorstellen könnten. Aber sie machen sich verständlicherweise auch Sorgen. Immerhin ist es auch eine große Verantwortung, man weiß nicht, was genau auf einen zukommt und zudem gibt es ja noch meine beiden Kinder, 9 und 11 Jahre alt.

Okay, am 09. Januar klingelte abermals das Telefon. Nicht, dass es so aussieht, als hätte ich sonst´niemanden, der mich anruft, die vizsla-unwichtigen Telefonate meiner Familie/Freunden  lass ich jetzt mal weg .
Es war also eine Frau dran, die mit mir einen Termin zur Vorkontrolle vereinbarten wollte. Sie selbst war Vizsla-Züchterin und gehörte dem Verein an, war selbst schon als Pflegestelle tätig gewesen und war auch als eingetragene Züchterin im Internet präsent (diese Information also für meinen Vater, der ja Angst um sein kleines großes Mädchen hat...). Man vereinbarte einen Termin für den 16. Januar.

Und dann ging alles ziemlich schnell. Die Vorkontrolle war super positiv. Christiane und Friedhelm sind absolut sympatische Menschen, wohnen zudem nur 30 km von mir entfernt und boten sich im Fall der Fälle gerne als Ansprechpartner für mich an. einen Tag später rief mich auch Jürgen wieder an und überbrachte mir die frohe Botschaft: Izmos ist mein Hund!  
Er gab mir die Telefonnummer der Pflegestelle, ich hielt dort kurz Rücksprache und jetzt geht es los zu organisieren. Hundekörbchen, neues Auto (ist eh fällig, mein Freund ist Autohändler, da sollte das klappen), den Chef vorsichtig nach ein bis zwei Wochen Urlaub fragen...

Ich lasse einfach mal alles auf mich zu kommen und alles wird gut.

Und hier beginnt die Geschichte also...

17.1.10 20:48

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Susanne herself (24.1.10 15:04)
Asche auf mein Haupt: Die Dame der Vorkontrolle heiße Christina (christinachristinachristina *einpräg*) SORRY

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